Forschungsdatenbank

Forschungsprojekt
Projektleiter:   Univ.-Prof. Dr. Hajo Zeeb, Mareen Winter, Melanie Kaiser, Steffen Weinand, Univ.-Prof. Dr. Maria Blettner

Querschnittstudie zum Brustkrebsrisiko beim weiblichen Kabinenpersonal (QuBKA)

Mehrere epidemiologische Studien haben eine erhöhte Inzidenz von Brustkrebs beim weiblichen Kabinenpersonal aufgezeigt. In einer Metaanalyse (Tokumaru et al. 2006) wurde beispielsweise ein kombiniertes relatives Risiko von 1.41 (95% CI: 1.22 – 1.62) für das weibliche Flugpersonal im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ermittelt. Ein möglicher Zusammenhang mit berufsbedingten Expositionen, z.B. kosmischer Höhenstrahlung oder Störungen des zirkadianen Rhythmus, ist vermutet worden, kann jedoch nach derzeitigem Forschungsstand nicht stichhaltig belegt. Die erhöhte Inzidenz könnte auch durch andere, nicht berufsbezogene Risikofaktoren wie Reproduktionsverhalten oder Lifestyle-Faktoren beeinflusst werden, sofern sich das fliegende Personal von der Durchschnittsbevölkerung in Bezug auf diese Faktoren unterscheidet.

Eine finnische Fall-Kontroll Studie ist die derzeit einzige bekannte Studie, in der gezielt die beruflichen und nicht-beruflichen Risikofaktoren beim weiblichen Kabinenpersonal erforscht wurden (Kojo et. al., 2005). Insgesamt ergab die Studie, dass berufsbezogene Faktoren keinen signifikanten Einfluss auf das Risiko hatten, und dass die erhöhte Inzidenz vollständig durch die allgemeinen Risikofaktoren erklärt werden konnten, die auch in der Normalbevölkerung anzutreffen sind. Die Studie basierte jedoch lediglich auf 27 Fällen, und zur Frage der erhöhten Brustkrebsinzidenz besteht nach wie vor Forschungsbedarf.

In Ergänzung zu laufenden Kohortenstudien beim Flugpersonal führt das Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik des Universitätsklinikums der Johannes Gutenberg-Universität Mainz eine Querschnittsstudie zum Thema Brustkrebs beim weiblichen Kabinenpersonal in Deutschland durch. Dabei soll untersucht werden, inwieweit das weibliche Kabinenpersonal als Personengruppe sich im Hinblick auf bekannte Brustkrebsrisikofaktoren von der Durchschnittsbevölkerung abhebt.

 
Laufzeit:  2008-2009